DER VEREIN
WASGAU-THEATER E.V.

WIE ALLES BEGANN

Das Wasgau-Theater e.V. entstand durch die ehemalige »Jugendgruppe Petersbächel«. Als man innerhalb der Jugendgruppe nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung suchte, entschied man sich für das Theaterspiel.

Erste Premiere – und somit der Geburtstag des Wasgau-Theater e.V. – war am 30. September 1978. Zur Aufführung gebracht wurde »Die Regentrude«, ein Märchen des Dichters Theodor Storm. Diese erste Inszenierung, unter der damaligen Leitung von Andreas Bastian, begründete das Wasgau-Theater.

 

Sowohl Publikum als auch Schauspieler waren begeistert – dies war der Grundstein zu mittlerweile (im Jahre 2013) 35 Jahre Theaterarbeit. Eine Arbeit, die – trotz oder gerade wegen des Amateurschauspiels – immer großen Anklang fand.

 

Aber zurück zum Anfang: Man begann mit den wenigen Mitteln, die man besaß. Ansonsten wurden Kostüme zusammengetragen, Dekoration und Kulissenteile selbst gebaut und gebastelt, Requisiten besorgt oder geliehen. Aufführungsorte waren unter anderem Schulsporthallen oder Wirtshäuser – wo man eben spielen konnte und durfte.

 

Diese ersten Gehversuche auf den Brettern, die die Welt bedeuten, waren zuerst von Märchenhandlungen gestützt, z.B. „Zwerg Nase“, „Der Schweinehirt“ oder „Pünktchen und Anton“. Aber auch Dramen und Komödien bewältige das junge Ensemble erfolgreich; so wurden „Bahnwärter Engelmaier“ oder „Flitterwochen“ in den ersten Jahren zur Aufführung gebracht, um nur einige der anfänglichen Inszenierungen zu nennen. Um die Zeit des 5-jährigen Bestehens spielte man zum Beispiel Agatha Christies „Wie in einem Spinnennetz“ und Mies Bouhuys' „Piet und die geheimnisvolle Giraffe“.

 

Von Anfang an reiste das Wasgau-Theater als Tourneetheater durch die umliegenden Ortschaften und Landkreise. Es wurde nach wie vor meist in Turnhallen, Gaststätten und Wirtshaussälen gespielt – vor 150 Besuchern genau so wie vor 20. Über all die Jahre hinweg konnte man dadurch ein großes Stammpublikum und allerlei Theaterfreunde gewinnen.

 

Der Premierenvorhang öffnete sich in diesen vergangenen Spielzeiten immer an einem anderen Ort. Trotz dem Mangel einer festen Spielstätte konnte man durchschnittlich zehn Vorstellungen an verschiedenen Stammplätzen auf die Beine stellen.

 

Mit Hilfe der in Ludwigswinkel ansässigen Daniel-Theyson-Stiftung konnte für die kulturelle Arbeit der Theatergruppe eine mobile Beleuchtungsanlage angeschafft werden, um die dargebotenen Bühnenstücke noch besser „ins rechte Licht“ rücken zu können. Ein „mobiler Hauptvorhang“ ergänzte die Ausstattung, um die – vor allem bei Märchen – großen Bühnenillusionen bestens präsentieren zu können.

 

Anfang der 1990er Jahre – nach noch nicht einmal 15 Jahren Theater und schon über 25 Inszenierungen – hatte man ein ganzes Arsenal an Requisiten und Kleinteilen, Kulissenwänden und Bauten, Kostümen, gespendete Utensilien, Maske, Technik und Zubehör angesammelt. Da ein angemieteter Schuppen förmlich überquoll und für die zahlreichen Holz- und Stoffteile nicht die besten Lagerbedingungen bot, begab man sich auf die Suche nach einem geeigneten Fundus für alle Kulissen, Kostüme und Materialien. Zu dieser Zeit wurde das ehemalige Fischbach Ordnance Depot der Amerikanischen Streitkräfte in Fischbach bei Dahn zum Gewerbegebiet umgewandelt.

 

Neben Wohnblocks, Bunkern, Freiflächen oder Lagerhallen wurde auch das ehemalige Kino veräußert. Nach einer abenteuerlichen Besichtigung »mit einer Taschenlampe und einem Feuerzeug«, wie die damaligen Vorsitzenden Andreas Bastian und Ernst Maginot zu berichten wussten, stand fest: Dieses Gebäude beherbergt einen lange gehegten Traum, der Wirklichkeit werden könnte – ein eigenes, kleines Schauspielhaus!

 

Nun ging alles relativ schnell: Es wurde vieles besprochen, organisiert und abgestimmt, das Wasgau-Theater wurde ins Vereinsregister eingetragen, die Theysohn-Stiftung bot großzügige Hilfeleistung und einige Zeit später hatte man ein eigenes Haus. Natürlich – oder leider – war das von den Amerikanischen Streitkräften verlassene Gebäude in einem sehr desolaten Zustand. Vergammelte Sitze und geplatzte Wasserleitungen waren nur einige Probleme, denen man sich stellen musste.

 

Mit großem Einsatz und in vielen Arbeitsstunden wurde „das alte Kino“ zu neuem Licht- und Schauspielhaus-Leben erweckt: Saal und Bestuhlung wurden erneuert, von einem geschlossenen Kino wurde die Abspieltechnik aufgekauft und instandgesetzt, die Bildwand wurde wieder eingehängt, vorhandene sowie neue Ton- und Lichttechnik wurde installiert, neue Vorhänge angeschafft, ein vorhandenes Leinwand-Podest zur vollwertigen Theaterbühne ausgebaut, das Foyer renoviert und das Gebäude um eine Garderobe sowie um einen großen Fundus ergänzt, denn den hatte man ja ursprünglich gesucht. Nachträglich wurde sogar das Foyer nochmals vergrößert, um dem Platzbedarf der Besucherzahlen gerecht zu werden. – So entstand schließlich das heutige Erscheinungsbild des Theatergebäudes. Natürlich ist dies nur ein Bruchteil der Arbeiten, welche erledigt wurden. Alle aufzuzählen, wäre schier unmöglich.

 

Der heutige Saal umfasst 127 – ohne zu übertreiben: allesamt außerordentlich bequeme – Sitzplätze. Die Bühnenfläche beträgt etwa 44 Quadratmeter und ist von jedem Platz aus gut einsehbar.

 

Im Jahre 1998 wurde schließlich das Kino unter WT-Führung eröffnet, kurz darauf fanden die ersten Theateraufführungen in der neuen Spielstätte statt.

 

Wie zu Anfangszeiten war das erste Stück auf den neuen Wasgau-Brettern ein Märchen. Die Mundart-Komödie „Halt’d Gosch, Bu!“ (besser bekannt als „Schweig, Bub!“) wurde mit dem Erwachsenen-Ensemble im Frühjahr 2000 aufgeführt.

 

„Als das Haus in der Spielzeit 1999/2000 zur festen Spielstätte ernannt wurde, hatte man natürlich auch Angst einen großen Teil des bisherigen Publikums zu verlieren“, so weiß Dominic Maginot, Ensemblemitglied des Wasgau-Theaters, zu berichten. „20 Jahre lang tourten wir durch viele Ortschaften des Pfälzer Waldes, nun mussten aber die Besucher den Weg zu uns nach Fischbach/Petersbächel auf sich nehmen. Die anfängliche Sorge stellte sich aber als unbegründet heraus, denn das Publikum kam und kommt sehr gerne in unser Haus. Eine ungemütliche, mit kalten Holzklappstühlen ausgerüstete Schulturnhalle ist natürlich kein Vergleich zu einem so wunderbaren und gemütlichen Haus. Dies bestätigt uns unser Publikum immer wieder.“

 

Neben überwiegend regionalen Gästen zählt das Theater sogar Besucher aus Ludwigshafen, Karlsruhe, Mainz oder sogar aus der Schweiz: „Es gibt viele Besucher,“ so Maginot weiter, „die uns als Feriengäste in Ihrem ersten Pfalz-Urlaub entdeckt haben und nun treue Stammgäste geworden sind. Einige planen sogar extra Ihre Urlaubswoche passend zu unserem Spielterminen. – Es gibt sogar ein älteres Ehepaar, dass sein Staatstheaterabonnement kündigte, da Ihnen, nach eigener Aussage, das bei uns dargebotene Programm besser gefällt.“

 

Heute umfasst der Verein insgesamt um die 80 ehrenamtliche Mitglieder (aktive Mitarbeiter sowie passive Förderer) jeder Altersklasse. So ist zum Beispiel das jüngste Mitglied unter zehn Jahre und das älteste fast 90 Jahre jung.

 

Das Wasgau-Theater e.V. ist Mitglied im Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und im Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz.

 

In der bisherigen Laufbahn hat das Wasgau-Theater rund 65 verschiedene Stücke mit insgesamt über 500 Aufführungen auf die Bühne gebracht.

 

In der Spielzeit 2013/2014 feierte das Wasgau-Theater 35-jähriges Bestehen, unter anderem mit dem Jugendstück »Hunger« im September 2013 sowie »Anna im Labyrinth«, ein Märchen-Schauspiel mit Musik und Tanz ab November 2013. Im Frühjahr 2014 ging »Die wilde Hilde« (Komödie in Pfälzer Mundart) erfolgreich über die Bühne.

 

Heute schreiben wir bereits das Jahr 2015 - es heißt also weiterhin »Vorhang auf«!
Und: Fortsetzung folgt ...

 

[DM]

UNSER ERSTES PUBLIKUM: PREMIERE VON »DIE REGENTRUDE«

»FÜNF FRAUEN UM ADRIAN«

»DAS TAPFERE SCHNEIDERLEIN«

»HIER SIND SIE RICHTIG«

»DIE WUNNERQUELL«

»SEXTETT«

»MEISCHDER ANECKER«

»DER RAUB DER SABINERINNEN«

»JIM KNOPF UND LUKAS,
DER LOKOMOTIVFÜHRER«

»DORNRÖSCHEN«

»DER MUSTERGATTE«

»DIE SCHNEEKÖNIGIN«

»GASLICHT«

»AKT MIT BLUME«

»HUND IM HIRN«